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Johann Georg von Grechtler lebte den amerikanischen Traum, noch bevor es ihn überhaupt gab, und zwar genau hier, in Österreich. Vom einfachen Fuhrmann zum Heereslieferanten und Leiter des Fuhr- und Proviantwesens der Rheinarmee brachte er es und bekam um 1750 das hier bestehende Anwesen von Kaiserin Maria Theresia geschenkt. 
Er ließ sich hier nach Plänen von Johann Bernhard Fischer von Erlach ein Jagdschloss errichten.

Durch die Erben Grechtlers gelangte die Schlossanlage in den Besitz einer Fürstin Esterházy, geb. Prinzessin Liechtenstein. Nach deren Tod ging der Besitz in die Hände der Grafen Paul und Nicolaus Esterházy über, denen das Jagdschlösschen mehr als 100 Jahre als Sommersitz diente. Da die im Norden des Schlosses angrenzenden Teile der Wienerwaldberge (Wolfersberg und Bierhäuslberg) sehr attraktiv als Jagdrevier waren. Dort erlegte 1846 Erzherzog Franz Karl von Österreich den letzten Wolf des Wienerwalds.

Schließlich erwarb es 1894 Dr. Heinrich Ritter von Miller zu Aichholz, in dessen Familienbesitz es bis 1938 blieb. Es folgte eine schwere Zeit für das Schloss. Dr. Heinrich Miller-Aichholz verkaufte es an die deutsche Polizei; die Nationalsozialisten machten daraus ein Erholungsheim für ihre Beamten. Von 1945 bis 1955 befand sich dann ein Hochkommissariat der französischen Besatzungstruppen darin. In dieser Zeit wurden Fresken im Inneren schwer beschädigt und übermalt.

Nach dem Abschluss des Staatsvertrages ging das Schloss ins Eigentum der Republik Österreich über und die ÖJAB – die Österreichische Jungarbeiterbewegung nutzte die Anlage als Internat für junge Arbeiter. So wurde sie vor Zerstörung und Verfall bewahrt.

Gemeinsam mit der Republik Österreich gründete die ÖJAB 1956 die Österreichische Europahausgesellschaft m.b.H. und etablierte im Schloss das Europahaus Wien als europäische Bildungsstätte. Sie wurde zu einem Pilgerort für Diskussionen über Sachthemen vollkommen abseits jeglicher Parteipolitik. Leopold Figl, Dr. Bruno Kreisky oder Dr. Rudolf Kirchschläger zählen zu den zahlreichen namhaften Personen, die im Europahaus zu Gast waren.

Später umbenannt in Europäische Akademie wurde das Europahaus Wien Mitglied der Föderation der Europahäuser. Zeitgleich entstanden Anfang der 60er Jahre, unter Regie der ÖJAB, neue Wohngebäude im Schlosspark, die als Studentenheim Europahaus betrieben wurden.

Im Westteil des großen Parks liegt ein eingeschossiges Wirtschaftsgebäude, das heutige „Restaurant Europahaus“. Das Gewächshaus, die Orangerie, an der Umfriedungsmauer stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jh. und ist sehr gut erhalten. Im gepflegten Park stehen etliche alte Bäume, die zu Naturdenkmälern erklärt wurden. Im Jahr 1999 erfolgte die Grundsteinlegung für das heutige Hotel, welches 2001 eröffnet wurde. Heute wie damals ist das Europahaus Wien internationale Stätte der Begegnung und Bildungsinstitut zugleich.

DAS SCHLOSS INNERE

Das Schlossinnere

Das hohe Hauptgeschoß wird durch flache Lisenen gegliedert. Ein überhöhter Mittelrisalit springt leicht vor. Eine auf starken Pfeilern ruhende Freitreppe (Ende 18. Jh.) ist dem darin befindlichen Festsaal vorgelagert. Über seinen drei großen Rechteckfenstern sind ovale Ochsenaugen angeordnet. Der darüber liegende Dreiecksgiebel des Mittelrisalits ist mit einer Wappenkartusche geschmückt. Im Erdgeschoß sind südseitig Speiseräume und nordseitig Küchen- und andere Nebenräume untergebracht. Im Obergeschoß liegen die gartenseitig orientierten Repräsentationsräume (Großer Saal, Napoleon Saal, Prinz Eugen Saal, Maria Theresien Zimmer).

Hier haben sich einige originale Kachelöfen mit zartem Rocailledekor erhalten. Auch der Großteil der einstigen Gemäldesammlung ist noch vorhanden. Der große Saal ist mit Jagdmotiven und Blumengirlanden freskiert.

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